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ID
0000000003
Künstler
Höhe
242 mm
Breite
170 mm
Signiert
Ja
Gerahmt
Ja
Datiert
1993
Zeit
1950-2000
Preis
550.00 EUR
Versand
Deutschland
versandkostenfrei
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Klassifizierung
Bleistift, Collage, Abstrakt, Papier, 1950-2000
Collage auf Papier mit Klebestreifen.

sehr guter Zustand
unten rechts signiert und datiert

Provinienz: Auktionshaus Karbstein Herbstauktion 2007

Heiliger (1915-1995) war das vierte Kind des Berliner Kaufmanns Hermann Heiliger und seiner Frau Anna Helene Heiliger, geb. Gensen. 1911 war die Familie von Berlin nach Stettin übergesiedelt, wo sich der Vater als Stoff- und Tuchhändler niederließ. Die drei älteren Schwestern Hildegard, Hertha und Lieselotte waren noch in Berlin geboren.

Heiliger besuchte ab 1921 die Barnim-Mittelschule in Stettin, die er nach der neunten Klasse verließ. Nach einer Steinbildhauer-Lehre von 1930 bis 1933 und einer Ausbildung bei dem Bauhaus-Schüler Kurt Schwerdtfeger an der Stettiner Werkschule für Gestaltende Arbeiten von 1933 bis 1936 studierte er von 1938 bis 1941 an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste Berlin, wo er in der Klasse von Arno Breker war.

Während des Studiums pflegte Heiliger Kontakte zu Richard Scheibe und Wilhelm Gerstel. Im Frühjahr 1939 hielt er sich für zwei Wochen in Paris auf, wo er mit Werken Moderner Kunst in Kontakt kam, die in Deutschland schon längst aus den Sammlungen verschwunden waren. Seine dortigen Eindrücke beschrieb er stets als prägend; er traf Aristide Maillol und Charles Despiau und studierte unter anderem Arbeiten von Auguste Rodin, Constantin Brâncuși oder Hans Arp.

Nach seiner Rückkehr heiratete er die Kunststudentin Ruth Maria Linde (1916–1996), die ein Kind von ihm erwartete und kurz darauf eine Tochter, Jutta, zur Welt brachte. Im Mai 1941 folgte sein Sohn Stefan Heiliger (Möbeldesigner) und 1942 Tochter Anita als jüngstes Kind.

1941 kurz nach Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges in die Wehrmacht eingezogen, kam Heiliger als Funker an die Ostfront (Zweiter Weltkrieg). Durch Fürsprache Arno Brekers erlangte er jedoch 1943 eine Unabkömmlichstellung (sogenannte UK-Stellung) und konnte seine Arbeit in Wriezen in den Bildhauerwerkstätten Arno Brekers fortführen. Durch den als Volkssturm bezeichneten Erlass vom 25. September 1944 verlor Heiliger gleichwohl seine Protektion und wurde erneut einberufen. Er entzog sich durch Desertion und Flucht durch Norddeutschland, wo er sich unter anderem in St. Peter-Ording, Hamburg und Bad Schwartau aufhielt und das Kriegsende im Mai 1945, an Diphtherie erkrankt, in einem Bremer Lazarett erlebte.

Im November 1945 kehrte er nach Berlin zurück, wo er sich als freier Bildhauer niederließ. Ab 1946 hatte er erste Ausstellungen im Privathaus von Karl Buchholz und in der Galerie Gerd Rosen. Nach einem Lehrauftrag an der Hochschule für Angewandte Kunst Berlin-Weißensee von 1946 bis 1949 folgte Ende 1949 die Berufung als Professor an die Hochschule der Künste durch Karl Hofer, wo er bis 1986 lehrte. Als Wohn- und Schaffensort bezog Heiliger den Ostflügel des Ateliers am Käuzchensteig in Berlin-Dahlem, der für Arno Breker errichtet worden war.

Erste internationale Anerkennung erhielt Heiliger für seinen Entwurf des Mahnmals des Unbekannten Politischen Gefangenen (1953), der mit dem Preis der Bundesregierung und dem Anerkennungspreis des Institute of Contemporary Arts, London, ausgezeichnet wurde. Es folgten prominente Ausstellungsbeteiligungen, so an der documenta I und der documenta II in Kassel (1955 und 1959) und der Biennale in Venedig (1956). Zu den Auftragswerken gehörte der 1957/58 entstandene Figurenbaum für den Deutschen Pavillon der Expo 58. (Wikipedia)


Literatur:

Marc Wellmann (Hrsg.): Bernhard Heiliger 1915–1995: Monographie und Werkverzeichnis. Im Auftrag der Bernhard-Heiliger-Stiftung, Wienand Verlag, Köln 2005, ISBN 3-87909-869-7
Bernhard Heiliger – Die Köpfe. Wienand Verlag, Köln 2000, ISBN 3-87909-737-2
Lothar Romain, Siegfried Salzmann (Hrsg.): Bernhard Heiliger. Propyläen, Frankfurt am Main, Berlin 1989, ISBN 3-549-05308-8
Bernhard Heiliger: Retrospektive, 1945 bis 1995. Verlag Cantz, [Ostfildern] 1995, ISBN 3-89322-754-7
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